Beziehungs - Weise
Beziehungs - Weise
Fallen Ihnen auch Situationen ein, wenn Sie den folgenden Satz lesen?
„So wie ich gehe, so geht es mir“
Wir können erlebte Situationen mit den dazugehörigen Stimmungen und den körperlichen Empfindungen als innere Bilder immer wieder auftauchen lassen, uns daran erinnern. Wenn wir wollen und uns etwas Zeit dafür nehmen, können wir uns diese Bilder auch mit all den dazugehörigen Gefühlen und Empfindungen beleben. Unser Gehirn und unser Körperwissen haben diese auf Dauer gespeichert. Automatisch reaktiviert werden sie immer dann, wenn wir einen auslösenden Reiz, eine Wiederholung erleben. Erleben heißt wahrnehmen und betrifft unsere Sinne. Wir erinnern uns an das, was wir in bestimmten Zusammenhängen gehört, gesehen, gerochen, geschmeckt und gespürt haben.
Unser Gedächtnis speichert auch die Empfindungen und Körperbilder, die wir in unterschiedlichen zwischenmenschlichen Beziehungsangeboten machen
In Beziehungen zu Menschen denen wir wichtig sind, lernen wir wie es ist, sich wohl zu fühlen, geachtet zu werden und zu achten. Wir entwickeln in diesen Begegnungen ein Gespür dafür wie es ist kompetent und sich selbst etwas wert zu sein. Wir trauen uns etwas zu und sind neugierig gegenüber Herausforderungen. Bei Krisen und Konflikten können wir in angemessenen Zeiträumen wieder Zuversicht in unser Leben und unsere Beziehungen herstellen. Unser Körperbild entspricht dem eines aufgerichteten Menschen, der es vermag Anspannung und Entspannung auszubalancieren.
Beziehungserfahrungen können uns auch lehren, wie sich Abwertung, Missachtung, Bedingungen in der Liebe und überhöhte Leistungsansprüche anfühlen. Dadurch wird unsere Würde verletzt und wir entwickeln Einsamkeit, fehlendes Zutrauen, Aggression und Scham. Bei Krisen und Konflikten bleibt unser Erleben fixiert und wir sind damit beschäftigt Scheitern, Abwehr, Aggression, innerer Rückzug oder Krankheit zu bewältigen. Unser Körperbild zeigt uns zusammengesunken und kraftlos bei anhaltendem Energieverlust.
In einem beziehungs-orientierten Lernumfeld, in dem Achtung, Zuversicht, Fehlerfreundlichkeit, Zuwendung, Toleranz und echtes Interesse spürbar sind, können Bewältigungsstrategien leicht zu Lösungsstrategien werden.